Es ist vollbracht!

Der Titel des Beitrags sagt es eigentlich schon. Nach drei Jahren des Reflektierens, Schreibens, Zweifelns und Interagierens, lege ich diesen Blog nun zu den Akten. Diesmal ohne doppelten Boden und Comeback-Aussichten. Ich habe das Formular zur Vertragskündigung bei meinem Provider gerade ausgefüllt und bringe es Dienstag zum Briefkasten. Die Webseite sollte noch zwei bis drei Monate online sein, bevor Domain und Inhalt final gelöscht werden. Ich möchte mich von Herzen bei all den Lesern bedanken, die das Projekt seit 2015 mit ihrem Feedback und Interesse unterstützten. Ich hoffe, dass euch nie der Mut verlässt, und ihr auch in dieser verrückten Welt ein bisschen Glück, Wärme und Licht abbekommt!

Alles Liebe, Stefan

Rückblick Teil 5 – Freddie hat den Sound

MetalplattenDen bis heute relevanten Grundstein meiner Kollektion bildete ich übrigens aus Einkäufen im „Musikladen Huber“, der von Insidern schlichtweg Freddie genannt wurde, weil sein Besitzer auf diesen klangvollen Namen hörte. Besagter Shop war vom ersten Betreten an viel mehr als nur ein Ort, den man hastig nach den „wichtigen“ Einkäufen aufsucht, um sich in Windeseile die aktuelle LP (und später auch CD) einer gerade angesagten Kapelle abzuholen. Die Faktoren Zeit und Genuss spielten in Verbindung mit Musik von jeher eine große Rolle, denn – wie ihr bereits erfahren habt – handelt es sich hier für mich nicht nur um eine Unterhaltungsform am Rande. Nun ist der menschliche Alltag schon seit langem deutlich schnelllebiger geworden, und Fastfood-Konsum hielt allerorten Einzug, was das Schwelgerische auch bei mir stark an den Rand drückte. Besonders in derartig oberflächlichen Zeiten lege ich großen Wert darauf, mindestens zweimal pro Woche die ganze Aufmerksamkeit einem Album zu schenken, und all dessen Aspekte zu erfassen.
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Rückblick Teil 4 – Der Quell allen Übels

MetalkutteEs musste zweifellos etwas besonders Auffälliges her, was nach sorgsamen Vergleichen auch gefunden wurde. Ich entschied mich für das Covermotiv von Celtic Frosts „Emperor’s Return“-EP, welches damals noch genug Durchschlagkraft hatte, um die Gemüter zu erhitzen. Da das Artwork der Scheibe sicherlich nicht jedem sofort geläufig ist, sei gesagt, dass man darauf einen langschwänzigen angeketteten Dämon sehen kann, der sich gerade mit drei halbnackten Höllendienerinnen vergnügt. Derart unzüchtige Darstellungen waren in meinem Umfeld ein absolutes No-Go, und gerade deshalb ideal geeignet.
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Rückblick Teil 3 – Diabolus in Musica

Bevor wir nun noch weiter vom eingeschlagenen Weg abweichen, werde ich wieder chronologisch fortfahren. So kam nach dem Hort die Einschulung, und auch jene wurde von mir nicht gerade herbeigesehnt. Schon zwei Wochen vor dem ersten Schultag beschlich mich ein äußerst ungutes Gefühl, das sich potenzierte, je näher der gefürchtete Termin rückte. Trotz allem Gezeter und vieler Tränen, fand ich mich letztlich vor der riesenhaft erscheinenden Schulpforte wieder, die mich zusätzlich einschüchterte. Da waren sie also mal wieder, die Anlaufschwierigkeiten, welche mir schon zuvor im Kindergarten begegneten. Auf Anhieb läuft recht wenig rund, und unbekannte Situationen fordern mir stets eine Menge ab.
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Rückblick Teil 2 – Das Ende der Unschuld

Auch ich war oft auf der Bank zu Gast, die für mich fast schon Symbolcharakter besaß und einen Ort des harmonischen Miteinanders darstellte, welches mir sonst eher nicht geboten wurde. Oma verehrte Altbundeskanzler Kohl, kochte leckeres Essen, trug immer eine knallbunte Kittelschürze und war nie um die eine oder andere kecke Anekdote verlegen. Obwohl ich ihr so manchen Kummer bereitete, war sie mir Zeit ihres Lebens wohlgesonnen und verwöhnte mich mit frisch gepflückten Erdbeeren, schmackhaftem selbstgebackenen Kuchen und etlichen weiteren Dingen, die das Leben erst lebenswert machen.
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Rückblick Teil 1 – Licht und Schatten

Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Auch mir waren diese löblichen Absichten einmal keineswegs fremd, nur liegt das schon gefühlte 293 Jahre zurück. Mindestens. Es fällt mir schwer zu sagen, wann ich die einstige Motivation über Bord warf, und das Pferd von hinten aufzuzäumen begann. Eine genaue Zeitbestimmung ist sicherlich unmöglich, da es sich hier um schleichende Prozesse handelt, die nicht über Nacht ihre Vollendung fanden. Im Jahr 1997 kannte ich jedenfalls noch so was wie hehre Ziele und wollte eigentlich nach dem unrühmlichen Abgang aus meinem Lehrbetrieb nur drei Monate pausieren, dann in den Zivildienst starten und darauf eine berufliche Karriere einschlagen, wie sie eines Kleinstadtbürgers gebührt. Doch es sollte anders kommen. Ganz anders. Weiterlesen

Brief an meinen Vater

Hallo Vater,

ich habe lange überlegt, ob ich dir diesen Brief schreiben soll oder nicht, weil es unterm Strich ja doch nichts ändert. Dennoch bin ich der Meinung, dass du wissen solltest, was Sache ist. Es geht mir hier nicht um Schuldzuweisungen oder Ähnliches, sondern lediglich darum, dich mal ein bisschen in meine Welt mitzunehmen. Ich erwarte gar nicht, dass du antwortest, denn dazu fehlt dir sicherlich der Mut. Vielmehr glaube ich, dass wir uns in diesem Leben nie mehr sprechen oder sehen werden. Ich habe keinen Vater mehr und genau genommen hatte ich nie einen.
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Logbucheintrag #13 – Hand in Hand

Heute ist der denkbar beste Tag, um mich auch mal öffentlich bei den wunderbaren Frauen zu bedanken, die in den letzten 40 Jahren meinen Weg kreuzten. Die mir Sanftheit lehrten und halfen, mich von veralteten Rollenklischees zu befreien oder meine Männlichkeit zu liberalisieren. Die mir jedes Mal, wenn ich mit Faust und Kopf durch die Wand brechen wollte, einen besseren Weg zeigten. Die meinen Geist, aber auch mein Herz mit Mut, Diversität, Wissen, Kraft und einem facettenreichen Spektrum des Fühlens erfüllten. Dies sind nur ein paar der Gründe, warum es für mich unabdingbar ist, sich für Gleichheit und Feminismus einzusetzen. Nicht nur am Internationalen Frauentag, sondern immer.

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