Wie ich zur digitalen Ramschware wurde

Ich kenne niemanden, der in puncto Onlinedating so eine lange Geschichte vorzuweisen hat, wie ich. Schon kurz nachdem 1998 mein erster Internetanschluss stand, trieb ich mich in diversen Chaträumen und Foren herum. Zuerst nur, um gleich gesinnte Musikfans zu treffen, bald aber auch mit romantischen Absichten. „Der Megatrend im World Wide Web heißt Chatten“, schrieb das FOCUS Magazin in 2000. Als diese prophetische Weisheit verkündet wurde, war ich bereits ein absoluter Profi und konnte etliche lange Nächte am Rechner verbuchen. Warum also rausgehen und im Provinzkaff nach der Liebe des Lebens suchen, wenn sich die Anbahnung auch bequem von zu Hause aus erledigen ließ?
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Nichts ist, wie es war

Es wird nicht wenige unter euch geben, denen 2016 als Horrorjahr schlechthin in Erinnerung bleibt. Auch ich könnte etliche Dinge aufzählen, die mich in dieser Meinung bestärken. Todesfälle in der Familie und unter geschätzten Künstlern, die immer bedrohlicher werdende Spirale aus Aktion und Reaktion, bedenkliche politische Tendenzen etc. Es ist verdammt viel Mist passiert und dennoch gelang es mir, Quantensprünge in Richtung Genesung zu machen. Eigenlob ist nicht mein Ding, aber auf die erzielten Fortschritte dürfte ich wahrscheinlich ganz objektiv betrachtet stolz sein. Immer mit dabei war mein noch recht junges, enorm treffsicheres Bauchgefühl, welches selbst im tiefsten Dunkel eine Richtung weisen konnte. Das Navigieren nach Emotionen brachte mich sehr schnell viel weiter, als es zermürbende Gedankenkonstrukte je vermochten.
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