Logbucheintrag #4 – In der Endlosschleife

Kompass und WeltkarteVorgestern bekam ich von Facebook ein Foto auf die Timeline gepinnt, welches exakt ein Jahr alt ist. Das Selfie wurde am Montagmorgen, nur wenige Minuten bevor ich endlich wieder zurück ins Büro kam, geschossen. Ich kann mich noch gut an den Moment erinnern, und ebenso an die positive Aufregung vor dem großen Neuanfang. Neun Monate Auszeit, zwei Klinikaufenthalte und harte Genesungsarbeit lagen hinter mir. Ich wollte mir mit dem Bild nicht nur selbst ein wenig Mut machen, sondern auch meinen Freunden zeigen, dass ich wieder im Rennen bin.

Der überraschende Rückblick hat mich ziemlich ins Grübeln gebracht. Ich ringe erneut mit der Krankheit, kündigte den sicheren Job, und steuere einer vollkommen ungewissen Zukunft entgegen. Habe ich versagt? War die Anstrengung umsonst? Wird vielleicht doch nicht alles gut? Ich weiß es nicht. Fakt ist nur, dass die Dinge sich ändern. Momentan kommt es mir zwar irgendwie okay vor, allerdings hänge ich mal wieder in einer totalen emotionalen Nulllinie. Gut – schlecht, Tag – Nacht, heiß – kalt, es fühlt sich vollkommen gleich an.

Oder besser gesagt, es fühlt sich überhaupt nicht an. Auch wenn ich mir in den letzten Wochen einen soliden Tagesrhythmus kultiviert habe, dringen nur sehr wenige Impulse zu mir durch. Das Spiel scheint arg beliebig, und die Sinnfrage stellt sich erneut. Ich werde einmal mehr nach den Sternen navigieren, so nah wie es geht bei mir bleiben, und in die Stille hören. Antworten sollten sich dann schon finden. Ob das Leben damit jedoch konform geht, steht auf einem anderen Blatt.

2 Kommentare

  • Hallo, Stefan,
    Ich verstehe sehr gut, was du da erwähnst. War ich doch vor einigen Jahren in der gleichen Situation. Seither nehme ich mir regelmäßig eine Auszeit und reflektiere, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin.
    Das aufschreiben meiner täglichen Erfolge hilft mir dabei ebenso, wie mir jeden Tag ausreichend Zeit für Entspannungen zu nehmen. Eine 60 Stunden Woche, wie früher, gehört eindeutig der Vergangenheit an.
    Bei meinen Auszeiten suche ich auch mit Vorliebe die Stille in der Natur.
    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Suche
    HG
    Frank

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