Selfie, Hashtag und Co. – Warum bin ich bei Instagram?

Instagram London EyeDie äußerst beliebte Fotoplattform mit dem coolen „gram“ im Namen, war mir bis vor einigen Monaten allenfalls vom Hörensagen bekannt. Kim Kardashian hier, Skandale da, tolle Bilder dort. Was man eben so erzählt. Da sich meine private Selbstdarstellerei bisher auf Facebook beschränkte, kam es mir auch lange nicht in den Sinn, dahingehend weitere Nachforschungen anzustellen. Als ich mich entschied, diese Webseite ins Leben zu rufen, und meine Bilder fortan einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen, sollte sich das jedoch ändern. Mittlerweile habe ich schon etwas Instawissen angehäuft, welches ich natürlich gerne teilen möchte.

Die wohl signifikanteste Erkenntnis gleich zu Beginn: Ohne Arsch geht gar nix! Tatsächlich scheint das vorzugsweise weibliche Gesäß eine zentrale Rolle im täglichen Postingreigen bei Instagram einzunehmen. Was obengenannte Frau Kardashian medienwirksam vormacht, kopieren unzählige Freikörperfans liebend gerne bis zum Exzess. Das geht streckenweise schon so weit, dass manche Accounts mehr Po- als Gesichtsbilder vorweisen können. Hoffentlich kommt es hier nicht mal zu Verwechslungen im echten Leben! Ja, das „Belfie“ ist trendy, um im Fachjargon zu parlieren. Generell wird alles irgendwie mit mehr oder weniger nackter Haut promotet. Egal ob Schuhe, Lebensmittel oder Schallplatten.

Neben den wirklich großen Nummern wie Taylor Swift, Miley Cyrus oder Beyonce, tummeln sich unzählige Sternchen und Trittbrettfahrer auf Instagram. Ein spannendes Phänomen sind dabei die sogenannten „Alternative Models“, also Menschen, die rein vom Äußerlichen eine klar definierte Zielgruppe ansprechen. Die Palette reicht von tätowierten Heavy Metal Ladys mit Silikonbrüsten, über naturverbundene Wicca Hexen, bis hin zu kunstblutverschmierten Pseudosatanisten. Kleinster gemeinsamer Nenner auch hier: Nackte Haut. Möglichst viel, und natürlich innerhalb des Reglements von Instagram. Das heißt, es dürfen keine weiblichen Nippel oder Geschlechtsteile zu sehen sein.

Unter dem Hashtag „freethenippel“ wird diese zu Recht als absurd und frauenfeindlich angesehene Brustklausel übrigens mehr oder weniger gekonnt torpediert. Leider hat davon auch die Pornoindustrie schnell Wind bekommen, und flutet das Netzwerk mit Material, welches so gar nicht jugendfrei ist. Zumindest so lange, bis Administratoren eingreifen, und die Bilder löschen. Um den ursprünglichen Sinn jener Aktion, nämlich die weibliche Brust zu enttabuisieren, geht es natürlich nicht mehr. Monetäre Interessen und hartnäckiges Marketing sind eben häufig deutlich vitaler, als sozialkritische Bewegungen mit hehren Zielen. Das ist traurig, aber wahr.

Nun könnte man anhand meiner bisherigen Ausführungen denken, dass ich Instagram durchweg negativ betrachte, was absolut falsch ist. Ganz im Gegenteil, denn es gibt etliche tolle Profile von Kunstschaffenden, sympathischen Nerds, kreativen Köpfen und interessanten Persönlichkeiten zu entdecken. Nach diversen Anfangsschwierigkeiten, konnte ich am omnipräsenten Boulevardvolk vorbeiziehen, und für mich relevante Inhalte entdecken. Stück für Stück kultivierte ich einen schicken kleinen Feed zusammen, der täglich schönes, nachdenkliches, verstörendes, witziges, liebevolles oder schlichtweg beeindruckendes Eye Candy spendiert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.