Atombomben Blues

Eingang zum LuftschutzbunkerEin nuklearer Fallout, was ist das eigentlich? Bradley hatte erst vor ein paar Wochen zum ersten Mal davon gehört, und heute schon konnte er wesentlich mehr darüber sagen als ihm lieb war. Die Bombe fiel tatsächlich, denn irgendwer muss immer über die Stränge schlagen und in einem Anflug von Größenwahn am falschen Hebel herumspielen. Welches Land es letztlich war tat für Bradley, der in den Trümmern seiner zerstörten Wohnung saß und einer strahlenden Zukunft entgegenblickte, kaum etwas zur Sache. Das Ende stand vor der Tür und Tausende um ihn herum sind vermutlich schon gestorben. Wie kam es eigentlich dass er nicht auch den Weg alles Irdischen gegangen ist, obwohl Brad sich außerhalb des Bunkers befand? Am 11. Oktober lachten noch fast alle Einwohner aus seinem kleinen Heimatstädtchen über ihn. Keiner konnte damals glauben dass wirklich jemand so verrückt ist, mit nuklearen Sprengköpfen zu hantieren. Nun, oft macht man die Rechnung eben ohne den Wirt. Nur wenig später wurden aus reichlich albern erscheinenden Drohungen einer verzweifelten Nation dann konkrete Pläne, die einige aus seiner Mitte gehörig verängstigten. Sollte der Bunker etwa doch nicht ganz sinnlos sein? Vielleicht wäre es an der Zeit die nötigen Vorräte einzukaufen. Man kann ja nie wissen. Weiterlesen

Bastard aus der Mitte (Teil 1)

Schmetterling auf GrabsteinEr hatte genug zu kämpfen mit den bestialischen Bildern in seinem verdammten Kopf. Die miese Diashow stoppte nicht mal zur Mittagspause und besaß keinerlei Methodik. Es hämmerte nur so durch seinen Schädel. Nackte, schwitzende Leiber rieben sich aneinander. Blut schoss aus klaffenden Wunden, Feuer stieg herab und verbrannte makellose Haut. Schreie…Trauer. Er hasste sich dafür. Das Licht der gnädigen, gottgegebenen Sonne sollte sein Gesicht nicht mehr erwärmen. Er wurde damals mitgerissen in einen Strudel aus Dekadenz und Zügellosigkeit. Doch nur in seiner Fantasie. Niemals gewährte man ihm einen dieser Dämonen in der Wirklichkeit. Niemals roch er jenen subtilen Odem des Fleisches. „Du warst so ein ruhiges Kind!“. Es dröhnte in ihm. Immer wieder dieser Satz. Der Satz seiner Mutter. Einer Mutter die nicht verstand, warum gerade das aus ihrem Sohn wurde. Ein Bluthund des Lebens. Ein Mensch inmitten tausender anderer Menschen, der nicht mehr funktionieren wollte. Er konnte nicht mehr arbeiten gehen, Steuern zahlen, dreimal im Monat Sex haben, viermal am Tag pissen. Nein! Weiterlesen