Selfie, Hashtag und Co. – Warum bin ich bei Instagram?

Instagram London EyeDie äußerst beliebte Fotoplattform mit dem coolen „gram“ im Namen, war mir bis vor einigen Monaten allenfalls vom Hörensagen bekannt. Kim Kardashian hier, Skandale da, tolle Bilder dort. Was man eben so erzählt. Da sich meine private Selbstdarstellerei bisher auf Facebook beschränkte, kam es mir auch lange nicht in den Sinn, dahingehend weitere Nachforschungen anzustellen. Als ich mich entschied, diese Webseite ins Leben zu rufen, und meine Bilder fortan einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen, sollte sich das jedoch ändern. Mittlerweile habe ich schon etwas Instawissen angehäuft, welches ich natürlich gerne teilen möchte. Weiterlesen

Neue Ufer, alte Ängste (6) – Zahnräder

Straße ins UnbekannteNach der Entscheidung die Firma zu verlassen, gingen beinahe zwei Monate ins Land, bis ich wirklich kündigte. Natürlich ließen nagende Zweifel auch vor diesem wichtigen Schritt nicht lange auf sich warten. Sollte ich erst mal in Teilzeit weiterarbeiten, und meine Projekte nebenher vorantreiben? Vielleicht war das geregelte Leben als Angestellter doch die beste Wahl für mich? Konnte ich aufgrund der Krankheit derzeit überhaupt etwas arbeiten? Die Situation überforderte mich total, so dass ich die Angelegenheit erst mal bis zum Urlaub im Mai verschob, und weiterhin Dienst nach Vorschrift tat. Weiterlesen

Die Entfremdung des Borderliners

Steg im WinterAuch wenn bei mir die Diagnose „Borderline“ nie offiziell gestellt wurde, so erfülle ich wohl schon seit Ewigkeiten genügend Voraussetzungen, um als Paradebeispiel für jene Persönlichkeitsstörung durchzugehen. Mein Leben ist in all seinen Facetten von extremen Gegensätzen geprägt. Ich brenne mit lodernder Flamme für etwas, nur um es wenig später keines Blickes mehr zu würdigen. Ob das Menschen oder Dinge sind, macht dabei leider keinen Unterschied. Eine innige, heißblütige, tiefe Bindung kann ich in zwei bis vier Wochen aufbauen, und in höchstens fünf Minuten abrupt wieder beenden. Aus dem sanften, scheinbar warmherzigen Freund, wird dann plötzlich ein gleichgültiger, abweisender Fremder, der jeglichen Kontakt verweigert. Weiterlesen

Neue Ufer, alte Ängste (5) – Kollateralschäden

Straße ins UnbekannteDie Auszeit in Hessen war sinnvoll, um wieder etwas auf die Beine zu kommen, allerdings lag sie aber Meilenweit vom Alltag entfernt. In der Klinik befand ich mich im geschützten Raum, einer Seifenblase aus Sicherheit, die in Berlin unmöglich reproduziert werden konnte. Um den neu gewonnen Boden also nicht wieder zu verlieren, musste nach der Rückkehr an die Spree zusätzliche Unterstützung her. Ich wollte mein mehr oder weniger normales Leben mit all seinen Widrigkeiten bestreiten, und in der Verfassung war ich noch lange nicht. Kurzerhand entschied ich mich deshalb für den Aufenthalt in einer Tagesklinik, die sich unweit meiner Wohnung befand. Weiterlesen

Berlin – Irgendwas zwischen Liebe und Hass

Berlin SkylineManchmal frage ich mich, ob es nicht doch besser gewesen wäre, niemals auch nur einen Fuß in die Großstadt zu setzen. Seit zwei bis drei Jahren zieht dieser Gedanke immer häufiger durch meinen Kopf. Aber was für ein Mensch wäre ich heute, hätte ich 2004 die fränkische Kleinstadt nicht hinter mir gelassen? Ich könnte jetzt natürlich das Klischee vom Reihenhaus, dem Hund, der Ehefrau und den zweieinhalb Kindern strapazieren, würde der Sache damit aber wohl kaum gerecht werden. Schon alleine deshalb nicht, weil an einem derartigen Lebensmodell rein gar nichts verwerflich oder gar spießig ist, solange es dem freien Willen entspringt, und mehr Freude als Verdruss bereitet. Weiterlesen

Neue Ufer, alte Ängste (4) – Tapetenwechsel

Straße ins UnbekannteZwei Tage nach dem verzweifelten Anruf bei Judith, saß ich bereits im Wartezimmer meiner Ärztin, um die aktuellen Ereignisse zu beichten. Sie erkannte den Ernst der Lage sofort, verschrieb mir wieder Tabletten, und zog mich per Krankschreibung aus dem Verkehr. Generell stehe ich der medikamentösen Behandlung von psychischen Leiden kritisch gegenüber, und habe mich lange davor gesträubt, Antidepressiva zu nehmen. Schließlich bedarf es nur einer kleinen Recherche, um auf negative Artikel über die Pharmaindustrie zu stoßen, welche deren merkwürdiges Gebaren erkennen lassen. Weiterlesen

Neue Ufer, alte Ängste (3) – Abstieg

Straße ins UnbekannteBevor ich davon erzähle, wie ich die in Teil 2 erwähnten „echten Erfahrungen“ machen konnte, und was ich mit meiner neu gewonnen Lebensqualität so alles anstellte, möchte ich ins Jahr 2013 zurückblenden. Es war Mitte Februar, als sich mein Zustand langsam aber sicher zu verschlechtern begann, wovon die Öffentlichkeit natürlich nichts mitbekam. Vielmehr konnte ich schon nach ein paar Wochen im neuen Job erste kleine Erfolge erzielen, und bei den Kollegen mit meinen Kompetenzen punkten. Ich war damals hochmotiviert, und wollte allen zeigen, dass ich fit, produktiv sowie sozial vollkommen gesund bin. Mein Umfeld kaufte mir den Working Class Hero tatsächlich ab, und die immer stärker werdenden Selbstzweifel übertünchte ich durch das Vertiefen in die Tätigkeit. Weiterlesen

Phettberg vs. Focke – Zwei Elende reden Tacheles (Teil 2)

Hermes Phettberg Im zweiten Teil des Chat-Interviews mit Hermes Phettberg sprachen wir über Österreich, Verona Pooth (damals noch Feldbusch), Ozzy Osbourne und vieles mehr. Natürlich nahm das Unikum bei seinen scharfzüngigen Aussagen auch diesmal kein Blatt vor den Mund. Nach über zwei Stunden des launigen Parlierens blieb sogar noch Zeit für einen kleinen Flirt mit meiner damals 25 Jahre alten Person. Phettbergs schlaue Worte sind mir längst zu liebgewonnenen Wegbegleitern geworden, die in den letzten zwölf Jahren nichts von ihrer Bedeutung verloren haben. Werfen wir also unsere Zeitmaschine an und beamen uns noch einmal zurück nach 2003.
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Neue Ufer, alte Ängste (2) – Erkenntnisse

Straße ins UnbekannteBevor ich realisierte dass ich mich immer mehr in eine Sackgasse manövrierte, zwischenmenschlich total verwahrloste und kurz vor dem Suizidversuch stand, strampelte ich einige Monate nach Kräften, um über Wasser zu bleiben. Zwischen Februar und November 2013 war mein Leben die reinste Hölle, auch falls das jetzt vielleicht theatralisch klingen mag. Mir ist durchaus bewusst dass ich auf hohem Niveau klage, wenn ich über meine „Wohlstandskrankheit“ erzähle, aber Schmerz bleibt nun mal Schmerz, und um den zu spüren muss man nicht im Kriegsgebiet leben oder unmittelbar von Hunger betroffen sein. Weiterlesen

Neue Ufer, alte Ängste (1) – Aufbruch

Straße ins UnbekannteAm 20.04. habe ich es endlich getan. Nach langem Grübeln, schlaflosen Nächten und nagenden Zweifeln bat ich meinen Chef um 9.32 Uhr zum persönlichen Gespräch und teilte ihm mit dass ich die Firma verlasse. Stille, temporäre Gesichtslähmung und leichte Fassungslosigkeit bei dem Gegenüber. Ja, das kam unerwartet. Zweieinhalb Jahre als Angestellter brachten mir einen recht sicheren Stand in dem kleinen Betrieb ein, und auch die meisten Kollegen konnte ich für mich gewinnen. Selbst während der neunmonatigen psychisch bedingten Krankheit schien niemand auf die Idee zu kommen mich mit Sanktionen zu belegen oder mir gar zu kündigen. Kurzum, ich gehörte einfach dazu, und das mutmaßlich nicht nur am Rande, sondern recht zentral. Weiterlesen

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