Neue Ufer, alte Ängste (2) – Erkenntnisse

Straße ins UnbekannteBevor ich realisierte dass ich mich immer mehr in eine Sackgasse manövrierte, zwischenmenschlich total verwahrloste und kurz vor dem Suizidversuch stand, strampelte ich einige Monate nach Kräften, um über Wasser zu bleiben. Zwischen Februar und November 2013 war mein Leben die reinste Hölle, auch falls das jetzt vielleicht theatralisch klingen mag. Mir ist durchaus bewusst dass ich auf hohem Niveau klage, wenn ich über meine „Wohlstandskrankheit“ erzähle, aber Schmerz bleibt nun mal Schmerz, und um den zu spüren muss man nicht im Kriegsgebiet leben oder unmittelbar von Hunger betroffen sein. Weiterlesen

Neue Ufer, alte Ängste (1) – Aufbruch

Straße ins UnbekannteAm 20.04. habe ich es endlich getan. Nach langem Grübeln, schlaflosen Nächten und nagenden Zweifeln bat ich meinen Chef um 9.32 Uhr zum persönlichen Gespräch und teilte ihm mit dass ich die Firma verlasse. Stille, temporäre Gesichtslähmung und leichte Fassungslosigkeit bei dem Gegenüber. Ja, das kam unerwartet. Zweieinhalb Jahre als Angestellter brachten mir einen recht sicheren Stand in dem kleinen Betrieb ein, und auch die meisten Kollegen konnte ich für mich gewinnen. Selbst während der neunmonatigen psychisch bedingten Krankheit schien niemand auf die Idee zu kommen mich mit Sanktionen zu belegen oder mir gar zu kündigen. Kurzum, ich gehörte einfach dazu, und das mutmaßlich nicht nur am Rande, sondern recht zentral. Weiterlesen

Atombomben Blues

Eingang zum LuftschutzbunkerEin nuklearer Fallout, was ist das eigentlich? Bradley hatte erst vor ein paar Wochen zum ersten Mal davon gehört, und heute schon konnte er wesentlich mehr darüber sagen als ihm lieb war. Die Bombe fiel tatsächlich, denn irgendwer muss immer über die Stränge schlagen und in einem Anflug von Größenwahn am falschen Hebel herumspielen. Welches Land es letztlich war tat für Bradley, der in den Trümmern seiner zerstörten Wohnung saß und einer strahlenden Zukunft entgegenblickte, kaum etwas zur Sache. Das Ende stand vor der Tür und Tausende um ihn herum sind vermutlich schon gestorben. Wie kam es eigentlich dass er nicht auch den Weg alles Irdischen gegangen ist, obwohl Brad sich außerhalb des Bunkers befand? Am 11. Oktober lachten noch fast alle Einwohner aus seinem kleinen Heimatstädtchen über ihn. Keiner konnte damals glauben dass wirklich jemand so verrückt ist, mit nuklearen Sprengköpfen zu hantieren. Nun, oft macht man die Rechnung eben ohne den Wirt. Nur wenig später wurden aus reichlich albern erscheinenden Drohungen einer verzweifelten Nation dann konkrete Pläne, die einige aus seiner Mitte gehörig verängstigten. Sollte der Bunker etwa doch nicht ganz sinnlos sein? Vielleicht wäre es an der Zeit die nötigen Vorräte einzukaufen. Man kann ja nie wissen. Weiterlesen

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