Logbucheintrag #5 – Ein Leben in der zweiten Reihe

Robert BongeHeute möchte ich ein paar Zeilen über mein erstes und bisher einziges Buch „Ein Leben in der zweiten Reihe“ schreiben. Es wurde bereits 2011 fertiggestellt und komplett lektoriert, jedoch nie verlegt. Der biographische Roman erzählt die Geschichte des sympathischen Provinz-Losers Robert, welcher immer zur richtigen Zeit am falschen Ort (oder umgekehrt) zu sein scheint. Auf der Reise durch die Jahre trifft er etliche tragisch-komische Charaktere, die mit ihm eine Achterbahnfahrt aus Tod, Spaß, Musik, Wahnsinn, Liebe und Gewalt erleben. Das Werk ist chronologisch (1977 bis 2004) in der Ich-Form verfasst und spielt in einer nicht namentlich genannten fränkischen Kleinstadt.

Ende 2014 raffte ich mich endlich auf, und bot „Ein Leben in der zweiten Reihe“ diversen Verlagen bzw. Buchagenten an. Mir war klar, dass 95 Prozent aller unaufgeforderten Exposé-Einsendungen angesichts der enormen Schwemme an Manuskripten ignoriert werden. Probiert habe ich es trotzdem, allerdings erwartungsgemäß ohne Erfolg. Da mir das Self Publishing derzeit zu aufwendig ist, werde ich den Roman einfach häppchenweise auf meinem Blog veröffentlichen. Im Laufe der Woche geht es mit dem ersten Teil von Kapitel 1 „Kein Licht ohne Schatten“ los.

Es wäre schön, wenn „Ein Leben in der zweiten Reihe“ auf diesem Wege zumindest etwas Aufmerksamkeit bekommt, und ein paar interessierte Leser findet. Ich freue mich jetzt schon über euer Feedback, sei es positiv oder negativ.

Neue Ufer, alte Ängste (7) – Alleingang

Straße ins UnbekannteDer Rückfall zeigte mir, wie sehr ich in den letzten Wochen gegen meine Befindlichkeiten, und somit gegen mich selbst, lebte. Ich dachte einfach, dass man sich seinen Ängste nicht oft genug stellen kann, und zwang mich deshalb vermehrt ins pralle Leben Berlins. Sicherlich tat mir die Ablenkung gut, aber es war auch jedes mal ein harter Kampf, unter wildfremden hippen Menschen zu sein. Der einzige vermeintliche Nutzen bestand darin, nicht wieder den Draht zu anderen zu verlieren. Die Idee, dass ich auch draußen sein kann, ohne in Kreuzberg abzuhängen, kam mir dabei nicht.
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Selfie, Hashtag und Co. – Warum bin ich bei Instagram?

Instagram London EyeDie äußerst beliebte Fotoplattform mit dem coolen „gram“ im Namen, war mir bis vor einigen Monaten allenfalls vom Hörensagen bekannt. Kim Kardashian hier, Skandale da, tolle Bilder dort. Was man eben so erzählt. Da sich meine private Selbstdarstellerei bisher auf Facebook beschränkte, kam es mir auch lange nicht in den Sinn, dahingehend weitere Nachforschungen anzustellen. Als ich mich entschied, diese Webseite ins Leben zu rufen, und meine Bilder fortan einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen, sollte sich das jedoch ändern. Mittlerweile habe ich schon etwas Instawissen angehäuft, welches ich natürlich gerne teilen möchte. Weiterlesen

Logbucheintrag #4 – In der Endlosschleife

Kompass und WeltkarteVorgestern bekam ich von Facebook ein Foto auf die Timeline gepinnt, welches exakt ein Jahr alt ist. Das Selfie wurde am Montagmorgen, nur wenige Minuten bevor ich endlich wieder zurück ins Büro kam, geschossen. Ich kann mich noch gut an den Moment erinnern, und ebenso an die positive Aufregung vor dem großen Neuanfang. Neun Monate Auszeit, zwei Klinikaufenthalte und harte Genesungsarbeit lagen hinter mir. Ich wollte mir mit dem Bild nicht nur selbst ein wenig Mut machen, sondern auch meinen Freunden zeigen, dass ich wieder im Rennen bin.

Der überraschende Rückblick hat mich ziemlich ins Grübeln gebracht. Ich ringe erneut mit der Krankheit, kündigte den sicheren Job, und steuere einer vollkommen ungewissen Zukunft entgegen. Habe ich versagt? War die Anstrengung umsonst? Wird vielleicht doch nicht alles gut? Ich weiß es nicht. Fakt ist nur, dass die Dinge sich ändern. Momentan kommt es mir zwar irgendwie okay vor, allerdings hänge ich mal wieder in einer totalen emotionalen Nulllinie. Gut – schlecht, Tag – Nacht, heiß – kalt, es fühlt sich vollkommen gleich an.

Oder besser gesagt, es fühlt sich überhaupt nicht an. Auch wenn ich mir in den letzten Wochen einen soliden Tagesrhythmus kultiviert habe, dringen nur sehr wenige Impulse zu mir durch. Das Spiel scheint arg beliebig, und die Sinnfrage stellt sich erneut. Ich werde einmal mehr nach den Sternen navigieren, so nah wie es geht bei mir bleiben, und in die Stille hören. Antworten sollten sich dann schon finden. Ob das Leben damit jedoch konform geht, steht auf einem anderen Blatt.

Neue Ufer, alte Ängste (6) – Zahnräder

Straße ins UnbekannteNach der Entscheidung die Firma zu verlassen, gingen beinahe zwei Monate ins Land, bis ich wirklich kündigte. Natürlich ließen nagende Zweifel auch vor diesem wichtigen Schritt nicht lange auf sich warten. Sollte ich erst mal in Teilzeit weiterarbeiten, und meine Projekte nebenher vorantreiben? Vielleicht war das geregelte Leben als Angestellter doch die beste Wahl für mich? Konnte ich aufgrund der Krankheit derzeit überhaupt etwas arbeiten? Die Situation überforderte mich total, so dass ich die Angelegenheit erst mal bis zum Urlaub im Mai verschob, und weiterhin Dienst nach Vorschrift tat. Weiterlesen

Die Entfremdung des Borderliners

Steg im WinterAuch wenn bei mir die Diagnose „Borderline“ nie offiziell gestellt wurde, so erfülle ich wohl schon seit Ewigkeiten genügend Voraussetzungen, um als Paradebeispiel für jene Persönlichkeitsstörung durchzugehen. Mein Leben ist in all seinen Facetten von extremen Gegensätzen geprägt. Ich brenne mit lodernder Flamme für etwas, nur um es wenig später keines Blickes mehr zu würdigen. Ob das Menschen oder Dinge sind, macht dabei leider keinen Unterschied. Eine innige, heißblütige, tiefe Bindung kann ich in zwei bis vier Wochen aufbauen, und in höchstens fünf Minuten abrupt wieder beenden. Aus dem sanften, scheinbar warmherzigen Freund, wird dann plötzlich ein gleichgültiger, abweisender Fremder, der jeglichen Kontakt verweigert. Weiterlesen

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