Logbucheintrag #9 – Wort gegen Bild

SchreibmaschineSeit dem ersten Artikel auf diesem Blog sind nun beinahe 11 Monate vergangen. Genauer gesagt 326 Tage, in denen ich sehr viel von mir preisgab, schrieb und analysierte. Jene öffentliche Genesungsarbeit tat mir gut, und hatte auch auf einige Leser positive Auswirkungen. Beides freut mich sehr, dennoch merke ich, dass fürs Erste genug Worte zu (virtuellem) Papier gebracht wurden. Das regelmäßige Reflektieren findet nun wieder im privaten Rahmen statt. Darüber hinaus gilt es jetzt, frische Eindrücke bzw. Erlebnisse zu sammeln, die vielleicht in ein paar Wochen zu neuen Artikeln reifen. Ideen sind immer noch reichlich vorhanden und werden mit Sicherheit irgendwann verarbeitet.

Doch vorher widme ich mich verstärkt der Malerei und Fotografie, die als Ausdrucksformen momentan geeigneter erscheinen. Nicht zuletzt, weil sie mich vom Rechner weg und bestenfalls hinaus in die Natur bringen. Es werden hier in Zukunft also eher visuelle Eindrücke auch euch warten, für die sich das Vorbeischauen jedoch weiterhin lohnt. Geplant sind Bilderserien, Collagen, Zeichnungen, digitale Arbeiten und vieles mehr. Jetzt bleibt mir nur noch Danke zu sagen, für euer Feedback, den Support und all die befruchtenden Konversationen der letzten Zeit. Genießt den Frühling, bleibt tapfer und seid lieb zu euch!

Konfession eines Antikörpers

ZirkusDer Zirkus hat vor meinem Zimmerfenster halt gemacht. Jeden Abend blicke ich seitdem auf die blinkenden Glühbirnen, studiere das System ihres Farbwechsels und sehe mich an Projektionen satt, die man unter dem Zelt erahnen kann. Was mag darin vorgehen, wenn es wieder einmal heißt „Showtime!“? Schwingen sich wagemutige Artisten durch die Lüfte, bringen tollpatschige Clowns das Publikum zum Lachen, oder werden verblüffende Zaubertricks dargeboten? Ich vermag es nicht zu sagen. Was ich jedoch weiß, ist, dass das Spektakel immer um 22 Uhr ein schlagartiges Ende findet. Die Lichter gehen aus, der Applaus verstummt und nächtliche Stille legt sich auf das beschauliche Viertel.
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Tango im Trümmerfeld

SchuttManchmal ist meine Krankheit immer dann am beschissensten, wenn sie gerade nicht unkontrolliert wütet. Wenn ich die Symptome leidlich gut unter Kontrolle habe, und weder heulend in der Zimmerecke kauere noch mich mit Rasierklingen selbst verletzte oder in Suizidfantasien schwelge. Das Feuer brennt in diesen Momenten nicht lichterloh, aber die Glut glimmt beständig vor sich hin. Ich bringe mich zwar ohne nennenswerte Katastrophen über die Runden, bin jedoch vollkommen taub, antriebsarm und im Handeln stark eingeschränkt. Eine Art Wachkoma scheint also das Beste zu sein, was (derzeit) machbar ist.
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