Selfie, Hashtag und Co. – Warum bin ich bei Instagram?

Instagram London EyeDie äußerst beliebte Fotoplattform mit dem coolen „gram“ im Namen, war mir bis vor einigen Monaten allenfalls vom Hörensagen bekannt. Kim Kardashian hier, Skandale da, tolle Bilder dort. Was man eben so erzählt. Da sich meine private Selbstdarstellerei bisher auf Facebook beschränkte, kam es mir auch lange nicht in den Sinn, dahingehend weitere Nachforschungen anzustellen. Als ich mich entschied, diese Webseite ins Leben zu rufen, und meine Bilder fortan einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen, sollte sich das jedoch ändern. Mittlerweile habe ich schon etwas Instawissen angehäuft, welches ich natürlich gerne teilen möchte. Weiterlesen

Logbucheintrag #4 – In der Endlosschleife

Kompass und WeltkarteVorgestern bekam ich von Facebook ein Foto auf die Timeline gepinnt, welches exakt ein Jahr alt ist. Das Selfie wurde am Montagmorgen, nur wenige Minuten bevor ich endlich wieder zurück ins Büro kam, geschossen. Ich kann mich noch gut an den Moment erinnern, und ebenso an die positive Aufregung vor dem großen Neuanfang. Neun Monate Auszeit, zwei Klinikaufenthalte und harte Genesungsarbeit lagen hinter mir. Ich wollte mir mit dem Bild nicht nur selbst ein wenig Mut machen, sondern auch meinen Freunden zeigen, dass ich wieder im Rennen bin.

Der überraschende Rückblick hat mich ziemlich ins Grübeln gebracht. Ich ringe erneut mit der Krankheit, kündigte den sicheren Job, und steuere einer vollkommen ungewissen Zukunft entgegen. Habe ich versagt? War die Anstrengung umsonst? Wird vielleicht doch nicht alles gut? Ich weiß es nicht. Fakt ist nur, dass die Dinge sich ändern. Momentan kommt es mir zwar irgendwie okay vor, allerdings hänge ich mal wieder in einer totalen emotionalen Nulllinie. Gut – schlecht, Tag – Nacht, heiß – kalt, es fühlt sich vollkommen gleich an.

Oder besser gesagt, es fühlt sich überhaupt nicht an. Auch wenn ich mir in den letzten Wochen einen soliden Tagesrhythmus kultiviert habe, dringen nur sehr wenige Impulse zu mir durch. Das Spiel scheint arg beliebig, und die Sinnfrage stellt sich erneut. Ich werde einmal mehr nach den Sternen navigieren, so nah wie es geht bei mir bleiben, und in die Stille hören. Antworten sollten sich dann schon finden. Ob das Leben damit jedoch konform geht, steht auf einem anderen Blatt.

Neue Ufer, alte Ängste (6) – Zahnräder

Straße ins UnbekannteNach der Entscheidung die Firma zu verlassen, gingen beinahe zwei Monate ins Land, bis ich wirklich kündigte. Natürlich ließen nagende Zweifel auch vor diesem wichtigen Schritt nicht lange auf sich warten. Sollte ich erst mal in Teilzeit weiterarbeiten, und meine Projekte nebenher vorantreiben? Vielleicht war das geregelte Leben als Angestellter doch die beste Wahl für mich? Konnte ich aufgrund der Krankheit derzeit überhaupt etwas arbeiten? Die Situation überforderte mich total, so dass ich die Angelegenheit erst mal bis zum Urlaub im Mai verschob, und weiterhin Dienst nach Vorschrift tat. Weiterlesen

Die Entfremdung des Borderliners

Steg im WinterAuch wenn bei mir die Diagnose „Borderline“ nie offiziell gestellt wurde, so erfülle ich wohl schon seit Ewigkeiten genügend Voraussetzungen, um als Paradebeispiel für jene Persönlichkeitsstörung durchzugehen. Mein Leben ist in all seinen Facetten von extremen Gegensätzen geprägt. Ich brenne mit lodernder Flamme für etwas, nur um es wenig später keines Blickes mehr zu würdigen. Ob das Menschen oder Dinge sind, macht dabei leider keinen Unterschied. Eine innige, heißblütige, tiefe Bindung kann ich in zwei bis vier Wochen aufbauen, und in höchstens fünf Minuten abrupt wieder beenden. Aus dem sanften, scheinbar warmherzigen Freund, wird dann plötzlich ein gleichgültiger, abweisender Fremder, der jeglichen Kontakt verweigert. Weiterlesen

Logbucheintrag #3 – Das Prinzip Hoffnung

Sonne im WaldAls ich am 06.06. den ersten Teil meiner „Ufer“-Reihe publizierte, hatte ich keine Ahnung, wie die Resonanz darauf ausfallen würde. Ich wusste nicht, ob den Artikel überhaupt jemand registriert, bzw. ob sich irgendwer für meine Geschichte interessiert. Jetzt, sieben Wochen später, bin ich nicht nur schlauer, sondern auch verblüfft und erfreut. Mittlerweile kommen fast täglich Nachrichten von Lesern, die ich niemals erwartet hätte. Das durchweg positive, offene, warmherzige Feedback, gibt mir den nötigen Treibstoff, um diesen Blog weiter auszubauen. Es mindert meine Selbstzweifel, und lässt mich die derzeit vorherrschenden widrigen Umstände annehmen, ohne daran zu zerbrechen.

Aus Mails, Gesprächen und Kommentaren entnahm ich, dass die Texte einen Nerv getroffen haben, und etlichen Menschen aus der Seele sprechen. Menschen, die ebenfalls täglich mit der Krankheit konfrontiert sind, und hart dafür arbeiten, diese im Zaum zu halten. Je mehr Personen aufstehen, und ihre Erlebnisse ohne Scham oder Angst erzählen, desto größer wird die Akzeptanz der Gesellschaft dafür. Vieles geht schon in eine gute Richtung, aber es kann noch etliches verbessert werden, um ein Umfeld zu schaffen, in dem es sich leben und nicht nur überleben lässt. Ich bin nicht alleine, und ebenso wenig seid ihr es da draußen. Danke für eure Unterstützung!

Logbucheintrag #2 – Gefangen im System

Amtsärztliches GutachtenMeine Psychiaterin ist der Meinung, dass ich eine Auszeit brauche. Die Amtsärztin der Arbeitsagentur sieht es anscheinend ganz ähnlich, was das nebenstehende Gutachten verdeutlicht. „Sie machen jetzt erst mal gar nichts, und kommen zu Kräften.“, waren ihre Worte. Die einzigen, bei denen dies leider noch nicht angekommen ist, sind die Menschen aus der Leistungsabteilung. Auch neun Wochen nach meiner gesundheitlich bedingten Kündigung, haben sie es nicht vollbracht, ihre „Sperrzeitprüfung“ durchzuführen. Ein Blick in obengenanntes Dokument würde dafür genügen. Zwar hat es das Schreiben bereits als Kopie zu mir nach Hause geschafft, jedoch keineswegs in die heiligen Hallen der Entscheidungsträger. Sagt mein zuständiger Vermittler. Der selbe, welcher mir im Juni freudestrahlend folgenden Satz mit auf den Weg gab: „Natürlich bekommen Sie Arbeitslosengeld. Sie haben ja schließlich einen Anspruch darauf.“ Gar nicht so einfach, unter diesen Umständen wieder auf die Beine zu kommen…

Neue Ufer, alte Ängste (5) – Kollateralschäden

Straße ins UnbekannteDie Auszeit in Hessen war sinnvoll, um wieder etwas auf die Beine zu kommen, allerdings lag sie aber Meilenweit vom Alltag entfernt. In der Klinik befand ich mich im geschützten Raum, einer Seifenblase aus Sicherheit, die in Berlin unmöglich reproduziert werden konnte. Um den neu gewonnen Boden also nicht wieder zu verlieren, musste nach der Rückkehr an die Spree zusätzliche Unterstützung her. Ich wollte mein mehr oder weniger normales Leben mit all seinen Widrigkeiten bestreiten, und in der Verfassung war ich noch lange nicht. Kurzerhand entschied ich mich deshalb für den Aufenthalt in einer Tagesklinik, die sich unweit meiner Wohnung befand. Weiterlesen

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