Tagebuch eines Alkoholikers (3) – Entzug

BierEs sind jetzt 23 Tage vergangen, seitdem ich meinen letzten Schluck Alkohol trank, und nichts ist mehr, wie es war. Ich habe sehr viel nachgedacht und gelangte zu Einsichten, die mir früher vollkommen verwehrt blieben. Erstmals in meinem Leben konnte ich den Konsum objektiv einordnen und verstehen, wie er mich manipuliert. Wie wenig Qualität vom Trinken wirklich ausgeht und was ich mir im Gegenzug dadurch verbaue. Ein dauerhaft trockenes Dasein könnte extrem viele Möglichkeiten bieten und mich mit Sicherheit persönlich sowie psychisch weiterbringen. Die klassische Win-Win-Situation.
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Tagebuch eines Alkoholikers (2) – Einsicht

BierMit Ausnahme eines achtwöchigen Klinikaufenthaltes gab es seit 1992 keinen längeren Zeitraum mehr, den ich nüchtern erlebte. Warum auch? Schließlich fand sich immer ein Grund zum Feiern, egal wie bescheuert er auch war. Meine erste richtig harte Phase hatte ich bereits mit 19. Da setzte ich mich samstagabends vor den PC und trank nebenbei bis zu 1 ½ Flaschen Billigwein. Irgendwann verschwommen die Bilder am Monitor so sehr, dass ich mit letzter Kraft in mein Bett kroch und den Rausch ausschlief. Um meine Sucht zu befriedigen, brauchte ich schon sehr früh keine Gesellschaft mehr.
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Tagebuch eines Alkoholikers (1) – Bestandsaufnahme

Bier

Ich trinke seit meinem 15. Lebensjahr Alkohol. Während anfangs nur Bier auf der Rechnung stand, war ich mit 17 schon beim härtesten Stoff, den man in meiner Stammkneipe ausschenkte. Captain Morgan mit 73% Feuerkraft sollte es sein. Zwischen einigen Pils, kippte ich davon vier Shots pur weg, bevor ich dreimal gegen die offene Ausgangstür lief, um mich auf den Heimweg zu machen. Damals war das alles cool, lustig und in der fränkischen Provinz auch akzeptierter Alltag. Schließlich handelt es sich um ein Grundnahrungsmittel. Steht ja angeblich im bayerischen Lebensmittelregister. Oder im Telefonbuch von Buxtehude.
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